Lebensmittel sind erschreckend teuer

by Jana
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Published on: 31. Oktober 2014

Man hört sehr oft, dass die Lebensmittel wieder teurer geworden sind. Doch stimmt das überhaupt?

Frisches Obst und Gemüse gehen ins Geld

Zu diesem Punkt fällt mir zunächst meine Mutter ein. Sie behauptet nämlich bis heute, dass sich die Preise für frisches Obst und Gemüse durch die Einführung des Euro quasi über Nacht verdoppelten. Dass an der Behauptung nicht viel stimmen kann, ist wohl offensichtlich. Allerdings kann ich mich auch erinnern, irgendwo einmal gelesen zu haben, dass sich die Gurken- oder Salatpreise tatsächlich durch einen Ernteausfall um den Zeitpunkt der Euroeinführung verdoppelten. Da Gemüse und Obst in den meisten Supermärkten direkt am Eingang stehen, gilt der Euro seither als „Preisverdoppler“.

Selbst war ich überrascht, als ich mich bei den Preisen umgeschaut habe. Auf der einen Seite kann man viele Lebensmittel für praktisch „einen Appel und ein Ei“ (sprich fast nichts) bekommen. Auf der anderen Seite dagegen gibt es viele Sachen, die unsäglich teuer erscheinen.

Mein Kochfreund hat mir erklärt, dass man die folgenden Tipps beachten muss, um günstig einzukaufen:

  • Viele Gemüse- und Obstsorten gehen durch saisonale Trends. Ein Kilogramm Erdbeeren kostet im Februar deutlich mehr als im Juni. Durch geschicktes, saisonales Austarieren der Nachfrage kann der Verbraucher also eine Menge Geld sparen.
  • Viele Handelsbetriebe benutzen Obst und Gemüse, um die Kunden in die Läden zu locken. Vor allem Sonderangebote werden oftmals in der Nähe der Einstandspreise des Handels – oder sogar noch darunter – veräußert. Deshalb unbedingt die Flyer der Handelsbetriebe studieren und mit den richtigen Informationen günstig einkaufen.
  • Wer nicht auf Vorrat einkauft, kann auch vom „Wühltisch“ seine Lebensmittel kaufen. Viele Händler versehen Produkte, die bald nicht mehr verkaufbar wären, mit einem erheblichen Preisnachlass, um sie möglichst schnell aus den Läden zu bekommen.

Dennoch, man kann immer wieder lesen, dass sich viele selbst bei Beachten solcher Tipps nicht viel Gutes leisten können. Deshalb habe ich mir einmal die statistische Entwicklung der Preise angeschaut. Eine gute Quelle dafür ist die Website des Statistischen Bundesamtes, die unter http://www.destatis.de zu erreichen ist.

Dort lassen sich eine Vielzahl von Statistiken und Meldungen finden. Leider werden von der Presse üblicherweise nur solche aufgegriffen, die eine enorme Teuerung zeigen oder zumindest zeigen sollen. Ein Paradebeispiel dafür ist die Meldung vom 3. Dezember 2013, dass die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel in den letzten zwei Jahren um 7,6% gestiegen sind.

Zugegeben, dass hört sich nach sehr viel an. Vor allem in einer Zeit, in der die Löhne und Gehälter für Normalverdienende seit etwa einem Jahrzehnt stagnieren.

Interessant ist deshalb ein Blick auf die Langzeitentwicklung der Preise. Wer sich durch die sogenannten „Langen Reihen“ des Statistischen Bundesamtes klickt, kommt zur Erkenntniss, dass die Preise relativ zur Einkommensentwicklung erheblich gefallen sind.

Dazu passen Geschichten, die ich früher von Bauern in meinem kleinen Ort gehört habe. Beispielsweise berichtete ein älterer Landwirt, dass sein Vater eine Scheune komplett mit den Erlösen von 10% der Getreideernte eingedeckt habe. Als in den 1990er Jahren von dieser Scheune ein Viertel der Ziegel in einem Sturm davonflog, musste der Sohn mehr als die Hälfte der Getreideernte für das Ersetzen dieser Dachziegel aufwenden.

Aktuell bin ich etwas ratlos und verstehe nicht, woran es liegt, dass Leute sich heute nicht gut, gesund und günstig ernähren können.

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